GGL Whitelist: Wie Google lizenzierte Casinos von illegalen trennt
GGL Whitelist bei Google: Nur Anbieter mit GGL-Lizenz dürfen bei Google Ads werben. Dazu der Stand der EU-Whitelist der KSA im Oktober 2026.

Kurz zusammengefasst
- Bei Google Ads dürfen in Deutschland nur Anbieter mit GGL-Lizenz werben.
- Die Regel gilt auch für Affiliate-Websites und Vergleichsseiten, die auf nicht lizenzierte Plattformen verlinken.
- Eine EU-weite Whitelist baut die niederländische KSA mit Google auf, ohne Starttermin und ohne genannte GGL-Beteiligung.
- Die organische Suche bleibt nach Einschätzung der GGL die Lücke.
Die Quellen beschreiben für Deutschland keine eigene Liste, sondern eine Regel: Bei Google Ads dürfen nur Anbieter mit offizieller GGL-Lizenz werben. Das ist in der Praxis eine Whitelist der Glücksspielbehörde. Sie gilt für bezahlte Anzeigen, nicht automatisch für die organische Suche. Parallel baut die niederländische Behörde KSA mit Google eine EU-weite Liste lizenzierter Anbieter auf. Stand der Fakten: 22. Oktober 2026.
GGL Whitelist: Was Google tatsächlich umsetzt
Der rechtliche Rahmen ist einfach. Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist im Juli 2021 in Kraft getreten. Online-Glücksspiel ist seitdem nur erlaubt, wenn der Anbieter eine gültige Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat. Das schreibt der GoogleWatchBlog.
Werbung und die Platzierung in Suchmaschinen sind laut dem Blog unter bestimmten Bedingungen zulässig. Google setzt diese Bedingungen über seine Werberichtlinie um. Wer sich einen Überblick über die Lage verschaffen will, findet weitere Einordnung auf unserer Seite zur Whitelist für Glücksspiel in Deutschland.
Die Werberichtlinie im Detail
Laut GoogleWatchBlog hat Google im September 2024 seine Werberichtlinie für Glücksspiel in Deutschland überarbeitet. Gaming Intelligence nennt als Veröffentlichungstag den 25. September, aber kein Jahr.
Die Kernpunkte:
- Über ads.google.com dürfen nur noch Anbieter mit offizieller GGL-Lizenz werben.
- Vergleichsseiten, die auf nicht lizenzierte Plattformen verlinken, sind von Google Ads ausgeschlossen.
- Die Richtlinie gilt laut Gaming Intelligence auch für Glücksspiel-Affiliate-Websites.
Die Maßnahme entstand aus einem direkten Austausch zwischen Google und der GGL. Das Ziel war, Werbung für illegale Angebote zu vermeiden. Die GGL arbeitet nach Angaben von Gaming Intelligence seit 2023 eng mit Google zusammen. Die Gespräche seien konstruktiv gewesen und hätten zur neuen Richtlinie geführt.
Google Ads ist laut GoogleWatchBlog stärker reguliert als die reine Suche. Als Anbieter der Werbefläche kann Google unter Umständen haftbar gemacht werden.
Erste Bilanz der Glücksspielbehörde
Die GGL zog nach dem Start eine positive Zwischenbilanz. In den ersten Wochen stellte sie keine bezahlten Anzeigen nicht lizenzierter Anbieter bei Google Ads fest. Seit dem Update wurden laut Gaming Intelligence auch keine nicht zugelassenen Affiliates festgestellt.
Der GoogleWatchBlog berichtet, Anzeigen für illegales Online-Glücksspiel seien seitdem deutlich zurückgegangen. Das gelte besonders auf Vergleichsportalen.
GGL-Chef Ronald Benter sagte laut Gaming Intelligence: „In our view, the amended advertising guideline is currently having a clear effect.“ Beide deutschen Quellen nennen ihn, einmal als „Vorstand“, einmal als „chief executive“. Die GGL will die Entwicklung weiter beobachten. Sie bleibt mit Google im Kontakt, um die Werbemöglichkeiten illegaler Anbieter weiter einzuschränken.
Die Lücke: organische Suche
Die Richtlinie betrifft Anzeigen. Bei den normalen Suchtreffern sieht es anders aus. Lizenzierte Anbieter haben laut GoogleWatchBlog trotz Legalität keine hohe Sichtbarkeit. Oft dominieren Seiten aus dem Ausland oder Portale ohne rechtlich gesicherte Inhalte.
Der Grund: Organische Treffer hängen stark von der Suchmaschinenoptimierung ab. Illegale Anbieter können so auch ohne Lizenz sichtbar bleiben.
Die GGL ist nach Angaben von Gaming Intelligence weiterhin besorgt. Manche Schwarzmarktanbieter erzielten hohe Rankings durch intensives Linkmarketing oder die Manipulation von Suchmaschinenrankings. Benter sieht laut GoogleWatchBlog beim Thema SEO weiteren Handlungsbedarf. Die GGL sieht hier Potenzial für weitere Einschränkungen gemeinsam mit Google.
Was ein Treffer bei Google über den Status eines Anbieters aussagt, erklärt auch unsere Seite zur Online-Casino-Whitelist.
EU-Whitelist: Was die KSA mit Google plant
Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) baut nach eigenen Angaben mit Google eine EU-weite Liste lizenzierter Anbieter auf. Das meldet AffPapa. Die Liste soll Google helfen, nicht lizenzierte Werbetreibende zu erkennen und zu blockieren. KSA-Vorsitzender Michel Groothuizen teilte den Plan in einem Kommentar vom 14. Oktober 2026 mit.
Der Hintergrund sind Treffen in Dublin im Jahr 2026. Dort setzten sich die KSA und andere europäische Regulierer mit Google und Meta zusammen. Sie vereinbarten eine gemeinsame Task Force. SCCG Management nennt das Frühjahr 2026 und schreibt, Google und Meta hätten dort ihre Europa-Sitze. Die Task Force konzentriert sich demnach darauf, eine Datenbank zugelassener Betreiber je nationaler Rechtsordnung zusammenzustellen.
Vieles ist offen:
- Ein Starttermin wurde nicht genannt.
- Unklar ist, ob die Beschränkungen Google Ads, organische Ergebnisse oder beides betreffen.
- Die beteiligten Behörden und der Zeitplan sind laut SCCG Management nicht bekannt.
- Die Quellen nennen keine Beteiligung der deutschen GGL.
Die Haltung der KSA
Groothuizen sagte, Tech-Plattformen profitierten von illegalen Glücksspielanzeigen und hätten wenig Anlass, sie einzuschränken. Er sagte laut AffPapa: „Voluntarily giving this up or imposing substantial restrictions on themselves goes squarely against their business model. Yet that is what we demand of them, preferably amicably, if necessary by force.“
Als mögliche Grundlagen für ein Verfahren nannte er niederländisches Recht und den Digital Services Act der EU. Die DSA-Durchsetzung gegen die größten Plattformen liegt bei der Europäischen Kommission. Ein Verfahren könnte bis zu fünf Jahre dauern.
Die KSA hat ihren Fokus auf Online-Sichtbarkeit und Zahlungen verlagert. Bußgelder von nicht lizenzierten Betreibern einzutreiben, war schwierig. SCCG Management zufolge räumte Groothuizen ein, dass Geldbußen besonders bei Sitz im Ausland begrenzt wirken.
Zahlen aus den Niederlanden
Fünf Jahre nach der Marktöffnung nutzen rund 90 % der niederländischen Spieler ausschließlich lizenzierte Seiten. Rund die Hälfte der Online-Glücksspielausgaben fließt laut AffPapa dennoch an illegale Betreiber. SCCG Management beschreibt das als einen Euro im illegalen Markt je einem Euro im regulierten Markt.
Das Umfeld: Zertifizierung, Klage, Werbeverbot
SCCG Management berichtet über weitere Schritte:
- Google verschärfte seit dem 14. September 2026 die Zertifizierungsanforderungen für Wettanzeigenkunden.
- Ab dem 21. Oktober 2026 gab Google YouTube Masthead für zertifizierte Betreiber frei, stets abhängig von gültigen Lizenzen.
- Der niederländische Verband VNLOK reichte am 28. September 2026 Klage gegen Meta ein.
- Der Betreiber Paf startete am 5. Oktober 2026 einen Piloten mit Meta.
iGamingBusiness hält die Forderungen aus der Branche fest. VNLOK-Chef Björn Fuchs verlangte auf der Konferenz Gaming in Holland 2025, dass Banken, Google und Facebook die Unterstützung des Schwarzmarkts vollständig beenden. Arjan Blok, CEO der Nederlandse Loterij, forderte Blacklists, das Blockieren von Online-Anzeigen, die Entfernung illegaler Casinos aus App-Stores und Zahlungsverbote.
KSA-Abteilungsleiterin Renske Fikkers warnte, ein Totalverbot von Glücksspielwerbung werde eine „zunehmend realistische Option“. Aus Sicht der KSA bleibe es unerwünscht.
Risiken, offene Punkte und Anbieter ohne Erlaubnis
Die GGL sieht in der organischen Suche weiter die Lücke. Ein DSA-Verfahren gegen Plattformen wäre langwierig. Und die EU-Whitelist hat weder Starttermin noch geklärten Umfang.
Der GoogleWatchBlog rät Nutzern, vor dem Spielen zu prüfen, ob die Plattform seriös ist und der Anbieter eine gültige Lizenz hat. Als Anhaltspunkt dient das amtliche Verzeichnis der zugelassenen Anbieter. Unsere Prüfung ergab: Spinboss, Wintino, Lizaro, Lucky Meister und Godz Casino besitzen keine Erlaubnis der GGL. Sie stehen nicht in diesem Verzeichnis. Mehr dazu in unserer Liste illegaler Online-Casinos.
Häufige Fragen
Was ist die GGL Whitelist bei Google?
Die Quellen beschreiben eine Regel statt einer veröffentlichten Liste. Bei Google Ads dürfen in Deutschland nur Anbieter mit GGL-Lizenz werben. Für die organische Suche gilt das nicht automatisch.
Seit wann dürfen nur lizenzierte Anbieter bei Google Ads werben?
Laut GoogleWatchBlog überarbeitete Google die Richtlinie im September 2024. Gaming Intelligence nennt den 25. September als Veröffentlichungstag, ohne Jahr. Die Regel gilt auch für Affiliate-Websites.
Ist die GGL an der EU-Whitelist beteiligt?
Die verwendeten Quellen nennen keine Beteiligung der GGL. SCCG Management schreibt zudem, die beteiligten Behörden seien nicht bekannt gegeben worden. Die Initiative geht von der niederländischen KSA aus.
Wie erkenne ich einen lizenzierten Anbieter?
Der GoogleWatchBlog rät, vor dem Spielen die Seriosität der Plattform und die gültige Lizenz zu prüfen. Wie das bei einem Casino mit GGL-Lizenz aussieht, erklären wir auf einer eigenen Seite.
Quellen
- GoogleWatchBlog — Wie Googles Suche die Sichtbarkeit regulierter Glücksspielangebote verändert
- AffPapa — Netherlands & Google to build EU list of licensed operators
- iGamingBusiness — KSA introduces new era of cooperation, warns of full ad ban
- SCCG Management — Google e Reguladores Europeus Desenvolvem Lista Branca de Operadores Licenciados para Reduzir Apostas Ilegais
- Gaming Intelligence — German gambling regulator welcomes new Google Ads update
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